(Neustadtgödens) Museum im Landrichterhaus

Neustadtgödens wurde im Zuge von Eindeichung und Neulandgewinnung gegründet. Dank prosperierendem Handel entwickelte sich Neustadtgödens im 16. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelsort, welcher für seine religiöse Toleranz bekannt war. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass noch heute auf kleinstem Raum die Gotteshäuser von fünf Religionsgemeinschaften zu finden sind. (ev.-lutherische Kirche 1695, katholische Kirche 1715, reformierte Kirche 1715, Mennonitenkirche 1741, Synagoge 1852). Zwei davon werden derzeit in ihrer ursprünglichen Funktion genutzt.
Das Museum im Landrichterhaus bietet Informationen und Angebote zur Entdeckung der Geschichte des Ortes. Im Museum finden Sie interessante Einblicke zur Geschichte der Religionsgemeinschaften in Neustadtgödens. Wie sie zusammen lebten und arbeiteten und was die Herren von Gödens mit der Ansiedlung von Glaubensflüchtlingen bezweckten.
Das Ausstellungsmotto lautet: „Der Ort ist das Objekt”. Erkunden Sie Neustadtgödens und informieren Sie sich vor Ort an den Informationstafeln über die Geschichte seiner Gebäude und Plätze.
Museum im Landrichterhaus Neustadgödens

Kontakt
Museum im Landrichterhaus Neustadtgödens
Brückstraße 19
26452 Neustadtgödens
Tel.: 04422 4199 oder 04422 9588 25
E-Mail: Landrichterhaus@sande.de
Homepage: www.neustadtgoedens.de
Öffnungszeiten
von März bis November
Dienstags – Samstag: 14:00 – 17:00 Uhr
Sonn- und Feiertags: 11:00 – 17:00 Uhr
Preise
Eintritt frei
Teilweise barrierefrei
Objekte
Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage öffnet das Museum zunächst eingeschränkt, freitags und samstags von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11.00 bis 17.00 Uhr.
Besucher sollten sich im Vorfeld telefonisch unter 04422 9588 10 bzw. 04422 4199 anmelden.
Beim Besuch des Museums sind die geltenden Hygieneregeln zu beachten, ein Zutritt ist nur mit medizinischem Mundschutz oder FFP2-Maske möglich.

Die aktuelle Sonderausstellung

Das Museum im Landrichterhaus beteiligt sich an „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Jüdisches Leben in Neustadtgödens

Die Planungen laufen auf Hochtouren: Mit einer Ausstellung über den letzten jüdischen Gemeindevorsteher in Neustadtgödens soll Aufstieg und Niedergang einer jüdischen Gemeinde dargestellt werden. Wir erhoffen uns mit der Beschäftigung jüdischen Lebens, die jüdische Kultur in unserer Region besser kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zur neuen Saison wird es auch eine spezielle App geben, die sich mit dem vielfältigen jüdischen Leben beschäftigt. Unter „Jüdisches Leben in Neustadtgödens“ wird diese ab Mitte April im Google App Store zur Verfügung stehen.
In der Ausstellung werden Stationen des letzten jüdischen Gemeindevorstehers Richard Stein dargestellt. Richard Steins Leben dokumentiert zum einen den Niedergang einer einst großen jüdischen Gemeinde. Er steht zum anderen exemplarisch für das Schicksal vieler ostfriesischer Juden. Sein Leben zeugt von einem Weg, der auf Augenhöhe mit seinem christlichen Umfeld begann und mit der völligen Entrechtung, Vertreibung und schließlich der physischen Vernichtung endete.
Diese Veranstaltung ist eingebunden in das bundesweite Festjahr #2021JLID, das der Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ mit seiner Geschäftsstelle in Köln organisiert und koordiniert.
Hintergrund ist, dass der römische Kaiser Konstantin am 11. Dezember 321 ein Edikt erließ. Dieses Gesetz besagte, dass Juden städtische Ämter in den Kurien, den römischen Stadträten, bekleiden durften und sollten. Das Edikt Konstantins, das in einer Abschrift in der Bibliothek des Vatikans aufbewahrt wird, ist somit das früheste schriftliche Zeugnis über jüdisches Leben in Mittel- und Nordeuropa. Es belegt, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden also nachweislich seit mindestens 1700 Jahren auf dem Territorium des heutigen Deutschlands.

„Wir freuen uns sehr über den Beitrag des Museums im Landrichterhaus“, würdigt Andrei Kovacs, der leitende Geschäftsführer aus Köln, den Beitrag aus Neustadtgödens als „Bereicherung des Festjahres“. Dieses lebe von der starken regionalen Verankerung in ganz Deutschland, unterstreicht die Generalsekretärin des Vereins 321, Sylvia Löhrmann. „Das Judentum ist konstitutiv für Deutschland. Das wird mit diesem Projekt veranschaulicht und trägt dazu bei, möglichst viele Menschen konkret anzusprechen.“

Im Festjahr #2021JLID koordiniert der Verein 321 mit großer Unterstützung des Bundes, verschiedener Bundesländer und Kommunen sowie aus der Zivilgesellschaft bundesweit rund 1000 Aktionen und Kulturevents, die dazu beitragen sollen, kulturelle, politische und interreligiöse Debatten innerhalb der Gesellschaft anzustoßen und deutliche Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus zu setzen.

Das Festjahr startete bundesweit mit der TV-Ausstrahlung des Festakts, an dem unter anderem der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr des Festjahres teilnahmen. Weitere Projekte des Vereins 321 sind das für den Sommer geplante Kulturfestival „Mentsh!“ und das weltgrößte Laubhüttenfest „Sukkot XXL“ im Herbst. Seit Jahresbeginn sind der wöchentliche Podcast #2021JLID zum Thema „Jüdisches Leben heute in Deutschland“ von Shelly Kupferberg, Mirna Funk und Miron Tenenberg, die Online-Ausstellung „Jewersity“ von Jan Feldman sowie eine Video-Reihe in Kooperation mit dem „Bubales“-Puppentheater aus Berlin über jüdische Feiertage im Festjahr online zu finden. Weitere Informationen sowie ein Überblick über das bundesweite Jahresprogramm finden sich hier: https://2021jlid.de.

Info: Der Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wurde 2018 gegründet und geht auf die Initiative der Gründungsmitglieder Abraham Lehrer, Prof. Dr. Jürgen Rüttgers und Dr. Matthias Schreiber zurück. Weitere Gründungsmitglieder sind u.a. die Zentralratspräsident der Juden (Dr. Josef Schuster) bzw. der Katholiken in Deutschland (Prof. Dr. Thomas Sternberg), die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der stellvertretende LVR-Vorsitzende Prof. Dr. Jürgen Wilhelm sowie der Journalist und ehemalige Kirchentags-Präsident Hans Leyendecker. Generalsekretärin des Vereins ist Sylvia Löhrmann, Staatsministerin a. D. des Landes NRW. Leitender Geschäftsführer ist Andrei Kovacs.
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